Pop(e) culture

Der Papst ist in Deutschland. Katholiken freuen sich ihren Gott auf Erden zu sehen und zu hören. Seine Worte geben Hoffnung, lenken ab von den Problemen oder übertünchen sie.

Der Papst hat auch im Bundestag gesprochen. Auf Einladung des Bundestagspräsidenten Lammert vor ein paar Jahren redete er in seiner Position als Staatsoberhaupt des Vatikans vor

  1. Mandatsträgern, denen es um ihre mediale Präsenz während der Rede ging,
  2. Mandatsträgern, denen eine Abstinenz während seiner Rede zu viel schlechte mediale Aufmerksamkeit und damit schlechte Partei PR bedeutet hätte,
  3. Ausgewählten Gästen und Jubelpersern.

Das der Papst nicht als religiöses Oberhaupt (Gottes Helferlein im Bundestag) auftritt hat schlichte, formale gründe. Schließlich werden strenge Neutralitätsregeln an die Parlamentsarbeit angelegt. So ist also der Auftritt dieser Erscheinung nur legitim wenn er in seiner Position als staatliches Oberhaupt vor unseren gewählten Parlamentsvertretern spricht.

Die Frage ist jedoch: welches Staatsoberhaupt lässt sich so feiern?

Und für was denn nun? Die Verwaltung der Vatikanstadt ist mitnichten mit der eines 82-millionen Staates zu vergleichen. Steuern, also Ablässe, gibt es dort zwar auch, jedoch entfällt dieser lästige Kram mit der Demokratie und Gewaltenteilung. Politisch gesehen handelt es sich bei Vatikanstadt um eine Autokratie, Vergleichbar mit denen Nordkoreas oder Kubas.

Kann man das also so interpretieren, dass sich dort ein undemokratisches Staatsoberhaupt von gewählten Volksvertretern für seine politische Arbeit feiern lässt? Ja. Insofern ist es schon ein bisschen popeulistisch, wenn solche Artikel ernst genommen werden.

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