Kinderfalle

Bei einem Spaziergang durch die Konsumtempel auf der hiesigen Umsatzmeile ist mir heute folgende Auffälligkeit klar geworden: Abteilungen, die ein Warensortiment für Kinder führen, sind meistens in der obersten Etage eines dieser Konsumtempel. Dies beinhaltet Kinderbekleidung und Spielzeug. Dieses Ladendesign hat den offensichtlichen wirtschaftlichen Vorteil, dass Kinderlärm die umsatzstarken Käufergruppen nicht beim Geldausgeben stört. So wird die Aufenthaltszeit (das ist die Zeit bis man von den ganzen audiovisuellen Eindrücken genervt ist und abhaut) für diese Käufergruppen verlängert und außerdem das Image eines bequemen Einkaufscenters gepflegt.

Aber was ist wenn es brennt? Also, wenn ein Feuer ausbricht?

Dann haben die Kinder und Ihre Familien, ganz unabhängig von der Existenz von Notausgängen, stets den längeren Weg zum Ausgang. Ist das nicht schräg? Wir nehmen in Kauf, dass Kinder verbrennen könnten, damit Oma und Opa oder ein hedonistischer Kinderhasser bequem Ihre Kleider und Pollunder aussuchen können. Meiner Meinung nach ist das offensichtlich falsch, vor allem wenn man sich mal ein bisschen mit den Brandschutzbestimmungen in Deutschland auseinander gesetzt hat. Noch ein Aspekt der vom Geld geschaffen und kontrolliert wird.